Michaela Thewes und andere Glossenweiber

Wenn ich, was natürlich selten vorkommt, mal wieder in Frauenzeitschriften schnüffel, lese ich gerne die Glossen auf der letzten Seite. Diese sind, wie soll es anders sein, ebenso natürlich von Frauen geschrieben. Logisch! Wer versteht die femininen Bedürfnisse auch besser als ein feminines Glossenweibchen?

Was ich mir auf keinen Fall entgehen lasse, sind die Berichte meiner Lieblingskolumnistin und, ganz wichtig (!), Männerversteherin Michaela Thewes. Ja, sie versteht, was uns Männer bewegt – auch wenn sie es meistens falsch versteht.

Unter der Überschrift „Am Samstag will mein Süßer mit mir shoppen gehen“ erklärt sie klar die Vorzüge der männlichen Begleitung in Form ihres Göttergatten Thomas. Doch schon in der Überschrift zeigt sich das erste Missverständnis. „Am Samstag WILL…???“! Von WOLLEN kann ja wohl kaum die Rede sein. Genötigt durch Androhungen wie Sexentzug und, noch schlimmer, Fußballverbot bleibt dem amen Kerl ja nichts anderes übrig als sich dem Begehren seiner einkaufswütigen Ehehälfte zu beugen. Aber Thomas hält sich wacker und ist seiner lieben Frau eben doch eine große Hilfe – er kann nämlich hervorragend Tüten tragen.

Und diese Dialoge vor der Umkleidekabine kennt wohl jeder Mann:

Sie: „Schatz, wie gefällt dir die Bluse?“
Er: „Gut.“
Sie: „Und die andere Bluse?“
Er: „Auch gut.“
Sie: „Meinst du nicht, dass mich das Blau etwas blass macht?“

Achtung! Jetzt wird es gefährlich. Mann sollte sich versichern, dass überhaupt eine blaue Bluse dabei war. Aber eigentlich ist es auch völlig egal, was der gepeinigte Tütenträger antwortet. Es ist garantiert falsch.

Überhaupt frage ich mich, warum sich Frauen über Männer beim Shoppen aufregen. Schon mal versucht, die Frau zum Einkaufen in den Baumarkt zu bewegen? Und dann fragen Sie mal: „Schatz, die Bohrmaschine mit Links-Rechts-Drill? Mit oder ohne Schlag?“

Außerdem gibt es sowieso nur einen Grund, warum Frauen uns zum Shoppen mitnehmen – weil die beste Freundin gerade keine Zeit hatte.

Starallüren – was habe ich nur falsch gemacht?

Ein fast tägliches Ritual ist für mich das Lesen von Zeitschriften. Und was es da zu lesen gibt, ist schon recht interessant. Zum Beispiel die Tatsache, dass es Künstler mit wirklich ausgefallenen Macken gibt. Was mich dabei besonders interessiert sind Menschen, die sich im Hauptberuf als Musiker verdingen. Schließlich habe ich selbst mal über 20 Jahre die Saiten gezupft.

Nehmen wir einmal Jennifer „J. Lo“ Lopez. Bei ihr muss alles weiß sein. Weißes Zimmer, weiße Blumen, weiße Tische, weiße Tischdecken, weiße Vorhänge, weiße Kerzen und weiße Sofas. Als ihr Tourmanager würde ich mich nicht nach einem Hotel sondern nach einem Krankenhaus umsehen. Die meisten OP-Räume entsprechen dort nämlich schon den Wünschen der Frau Lopez. So spart man Umbauten der Hotelzimmer und damit eine Menge Zeit.

Oder Justin Biber, der neue Schwarm aller Teenies. Sein Essen muss mit Plastik abgedeckt sein. Das ist ja irgendwie noch zu verstehen. Allerdings müssen sowohl Besteck als auch Servietten von allerfeinster Qualität sein. Auch ein 18jähriger Bengel hat eben seine Ansprüche.

Bei Lady Gaga ist der Name sowieso Programm. Sie geht zum Beispiel an keinen Ort, an dem nicht auch ein Sauerstoffzelt für sie bereit steht.

Gangsta Rapper 50 Cent (eigentlich Curtis James Jackson III) verlangt, dass ihm vor jedem Auftritt 24 auf Eis gelegte Garnelen zur Verfügung stehen. Außerdem Kondome – und zwar zwei Packungen. Allerdings war nicht zu erkennen, für wen die Kondome waren – für ihn oder für die Garnelen.

Amy Winehouse, durchgeknallte Alkoholvernichtungsmaschine, verlangt von ihrer Crew, absolut nüchtern zu sein. Dafür erwartet sie allerdings einen reich gedeckten Alk-Tisch: Wein, Champagner, Bier und Schnaps – wobei Wodka ein „MUSS“ ist. Erfahrung macht eben klug. So ist gesichert, dass sie bei promillebedingter Orientierungslosigkeit sicher ins Hotel kommt.

Total einen an der Waffel scheint mittlerweile Mariah Carey zu haben. Die Dame mit der zugegebenermaßen ausgesprochen klangvollen Stimme verlangt in ihrem Zimmer Tierbabys. Egal ob Häschen, Welpen oder Kätzchen – Hauptsache kuschelig. Außerdem einen persönlichen Assistenten, der ihre ausgekauten Kaugummis entsorgt. Ich frage mich, ob da ein persönlicher Psychologe nicht sinnvoller wäre.

Tja, und was gab es seinerzeit für uns? Ich erinnere mich zum Beispiel an Auftritte in der alterwürdigen Villa Hügel, einst Residenz der Krupp-Familie in Essen. Feinste Gourmet-Küche, beste Weine, teuerster Champagner in edelstem Kristall. Allerdings nicht für die Musiker! Für uns gab es Bockwurst aus der Dose mit fadem Kartoffelsalat aus dem Eimer – und genießen durften wir diese kulinarische Köstlichkeit im Keller an einem alten Holzregal. Zwei Welten – nur getrennt durch eine Kellertreppe. Es musste ja kein Kaviar sein. Mir hätten auch 24 Garnelen auf Eis gereicht.

Schubsenfest

Der Samstag scheint sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einem Fest der Platzhirsche zu entwickeln. Während zur vorgerückten Stunde es unmöglich scheint, auf der prallvollen Tanzfläche umzufallen, frönen immer mehr gerade männliche Jugendliche dem Ritual des Brunftstoßens von Hirschen. Mit kurzem Anlauf wird sich röhrend gegen den Brustkorb gesprungen, um danach wie ein Flipperball zurückzuschleudern. Da der Gleichgewichtssinn durch allzu viel Konsum von Gerstensaft und sonstigen gebrannten Flüssigkeiten ohnehin schon stark beeinträchtigt ist, tickert der Tanzflächenhirsch an anderen tanzenden Pärchen abprallend eine Weile durch die Gegend, bevor er erneut Anlauf nimmt.

Liebe Hirschimitate, warum benutzt ihr im nächsten Jahr nicht den Kopf anstelle des Brustkorbes? Die Wucht des Aufpralls würde dann unweigerlich das Verlangen nach tiefem Schlaf hervorrufen. Die Tanzenden könnten sich dann wieder gefahrenfrei bewegen und am Ende des Festes werden sich garantiert ein paar nette Menschen finden, die euren gefühlt einen Meter großen Quadratschädel sicher durch den Ausgang des Schützenzeltes führen.

Das Frauenparadies – die Männerhölle

Ich war gestern dort – im Paradies für Frauen! Ein riesiger Tempel der Lüste, in denen Frauen leichtfüßig mit selig lächelnden Gesichtern umherwandeln, den Mund stets zu einem „Oohhh“ und „Aahhh“ geöffnet. Hunderte von Türen eröffnen neue Höhepunkte, die das feminine Hirn zu immer neuen Ausschüttungen von Glückshormonen veranlassen, was teilweise zu einem wahren Lustrausch führt. Schuhe, T-Shirts, Hosen, Blusen, Jacken, Kleider und noch mehr Schuhe.

Doch was bei Frau ein Feuerwerk der Endorphine bewirkt, führt bei Mann zur massiven Produktion von Adrenalin. Nirgends wird man so schön geschubst und gestoßen. An kaum einem anderen Ort findet man so viele Leidensgenossen. Und wer braucht schon eine Muckibude, wenn Mann eine Frau hat, die mit ihm regelmäßig den Einkaufstempel besucht? Da ist Walken und Gewichte heben inklusiv.

Nein, das CentrO in Oberhausen ist definitiv NICHT für den Mann gebaut worden.