Starallüren – was habe ich nur falsch gemacht?

Ein fast tägliches Ritual ist für mich das Lesen von Zeitschriften. Und was es da zu lesen gibt, ist schon recht interessant. Zum Beispiel die Tatsache, dass es Künstler mit wirklich ausgefallenen Macken gibt. Was mich dabei besonders interessiert sind Menschen, die sich im Hauptberuf als Musiker verdingen. Schließlich habe ich selbst mal über 20 Jahre die Saiten gezupft.

Nehmen wir einmal Jennifer „J. Lo“ Lopez. Bei ihr muss alles weiß sein. Weißes Zimmer, weiße Blumen, weiße Tische, weiße Tischdecken, weiße Vorhänge, weiße Kerzen und weiße Sofas. Als ihr Tourmanager würde ich mich nicht nach einem Hotel sondern nach einem Krankenhaus umsehen. Die meisten OP-Räume entsprechen dort nämlich schon den Wünschen der Frau Lopez. So spart man Umbauten der Hotelzimmer und damit eine Menge Zeit.

Oder Justin Biber, der neue Schwarm aller Teenies. Sein Essen muss mit Plastik abgedeckt sein. Das ist ja irgendwie noch zu verstehen. Allerdings müssen sowohl Besteck als auch Servietten von allerfeinster Qualität sein. Auch ein 18jähriger Bengel hat eben seine Ansprüche.

Bei Lady Gaga ist der Name sowieso Programm. Sie geht zum Beispiel an keinen Ort, an dem nicht auch ein Sauerstoffzelt für sie bereit steht.

Gangsta Rapper 50 Cent (eigentlich Curtis James Jackson III) verlangt, dass ihm vor jedem Auftritt 24 auf Eis gelegte Garnelen zur Verfügung stehen. Außerdem Kondome – und zwar zwei Packungen. Allerdings war nicht zu erkennen, für wen die Kondome waren – für ihn oder für die Garnelen.

Amy Winehouse, durchgeknallte Alkoholvernichtungsmaschine, verlangt von ihrer Crew, absolut nüchtern zu sein. Dafür erwartet sie allerdings einen reich gedeckten Alk-Tisch: Wein, Champagner, Bier und Schnaps – wobei Wodka ein „MUSS“ ist. Erfahrung macht eben klug. So ist gesichert, dass sie bei promillebedingter Orientierungslosigkeit sicher ins Hotel kommt.

Total einen an der Waffel scheint mittlerweile Mariah Carey zu haben. Die Dame mit der zugegebenermaßen ausgesprochen klangvollen Stimme verlangt in ihrem Zimmer Tierbabys. Egal ob Häschen, Welpen oder Kätzchen – Hauptsache kuschelig. Außerdem einen persönlichen Assistenten, der ihre ausgekauten Kaugummis entsorgt. Ich frage mich, ob da ein persönlicher Psychologe nicht sinnvoller wäre.

Tja, und was gab es seinerzeit für uns? Ich erinnere mich zum Beispiel an Auftritte in der alterwürdigen Villa Hügel, einst Residenz der Krupp-Familie in Essen. Feinste Gourmet-Küche, beste Weine, teuerster Champagner in edelstem Kristall. Allerdings nicht für die Musiker! Für uns gab es Bockwurst aus der Dose mit fadem Kartoffelsalat aus dem Eimer – und genießen durften wir diese kulinarische Köstlichkeit im Keller an einem alten Holzregal. Zwei Welten – nur getrennt durch eine Kellertreppe. Es musste ja kein Kaviar sein. Mir hätten auch 24 Garnelen auf Eis gereicht.

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Ein Kommentar zu “Starallüren – was habe ich nur falsch gemacht?

  1. Herrlich – kann ich nur unterschreiben! Das Thema Amy hat sich ja mittlerweile erledigt. Wenn ich rausfinde, wie ich die Blogs abbonieren kann, werde ich das tun!
    glg
    Idun

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